5-hydroxytryptophan

Trytophan bei Depressionen

Verschiedene Verhaltensstudien wie auch biochemische Untersuchungen haben gezeigt, dass 5-HTP in engem Zusammenhang mit depressiven Störungen zu sehen ist. In einer französischen Untersuchung wurden 36 Patienten, die an ernsten Depressionen litten, mit 5-HTP behandelt. Dabei wurden 28 positive Ergebnisse, 4 Fälle von Intoleranz und 4 Behandlungsfehler gemeldet. Eine Gruppe japanischer Wissenschaftler verabreichte 24 Patienten, die stationär gegen Depressionen behandelt wurden, 5-HTP. Nach 2-wöchiger Behandlung beobachteten sie bei 7 Patienten bereits eine "bemerkenswerte Verbesserung der depressiven Symptome". Gleichzeitig war die Gabe von 5-HTP von einer 30%tigen Zunahme von 5-HIAA, dem ersten Stoffwechselprodukt des Serotonins, in der cebrospinalen Flüssigkeit begleitet. Diese Tatsache läßt vermuten, dass exogenes 5-HTP in Serotonin umgewandelt worden ist.

Klinische Doppeltblindstudien mit Depressionen in denen die Wirkung von Tryptophan und 5-HTP verglichen wurde, zeigte sich 5-HTP dem Tryptophan klar überlegen. In einige Studien ist 5-HTP auch mit zyklischen Antidepressiva (z. B. Elavilâ) den effektivsten Drogen zur Behandlung von Depressionen bis zur Entwicklung der SSRI, verglichen worden. Danach wurde 5-HTP bei schweren Depressionen schlechtestenfalls als gleichwertig erkannt bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen.

Wie zeigt sich 5-HTP im Vergleich mit der heutigen Standardbehandlung, den selektiven Wiederaufnahmehemmern (englisch: selective serotonine reuptake inhibitors, SSRI). Dies war die Fragestellung einer Doppelblindstudie die von einer Gruppe deutscher und schweizer Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. W. Pöldinger an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Basel, Schweiz, durchgeführt wurde.10 Die Patienten - es handelte sich bei allen um diagnostizierte Depression - erhielten entweder dreimal täglich 100mg 5-HTP oder dreimal täglich 150mg Fluvoxamin (ein SSRI). Ihr Zustand wurden alle 0, 2, 4 und 6 Wochen nach einem Standard zur Messung von Depressionen beurteilt, während die Patienten gleichzeitig um eine Selbstbeurteilung gebeten wurden.
Die Resultate waren überraschend. Beide Gruppen zeigten mit Beginn der zweiten Woche durchgehend bis zur 6. Woche einen signifikanten und nahezu gleichen Rückgang ihrer Depressionen um wenigstens 50%. Nachdem die Zahlen am Ende der Studie zusammengezählt waren, stellten die Untersucher fest, dass der für eine Verbesserung gefundene Wert für die mit 5-HTP behandelten Individuen tatsächlich höher war. Die Zahl der Behandlungsausfälle war in der Fluvoxaminegruppe (17%) höher als in der 5-HTP-Gruppe (6%), obwohl dieser Unterschied statistisch nicht sehr bedeutsam war. Die Selbstbeurteilung der Patienten verlief nahezu parallel zum Standard-Depressionsmaß.
Nachteilige Nebenwirkungen waren für beide Behandlungen selten und im allgemeinen äußerst schwach und traten wenn überhaupt, nur in den ersten Tagen auf und verschwanden danach. Ganz generell zeigte sich 5-HTP besser verträglich als das SSRI. Mehr zur Verstoffwechslung von Tryptophan zu 5-HTP.